Stefanie Ramb designed und stellt unter dem Label Krambeutel Taschen in allen Variationen und Größen her. Außerdem hat sie kürzlich mit sechs anderen Münchner Gestaltern die Gruppe siebenmachen gegründet. Mehr von und über Stefanie:
Ich bin jetzt knapp über 30, vor mittlerweile 12 Jahren vom bayerischen Land nach München gezogen, um bei der Firma Bogner eine Schneiderlehre zu machen. Nach der Ausbildung habe ich dann noch Theaterwissenschaft, neuere deutsche Literatur und Kunstgeschichte studiert, war ein Semester der tollen tollen Stadt Stockholm und jetzt arbeite ich seit fünf Jahren für den Bayerischen Rundfunk in der Hörspielproduktion und gleichzeitig an und mit krambeutel. Ich mag Bayern wahnsinnig gern, diese Landschaften, und diese Menschen, das ist meine Heimat, da wird mir warm ums Herz. Und ich mag gerne Dinge schaffen, ein Produkt aus etwas entstehen sehen, egal in welcher Form. Da wird mir auch warm ums Herz.
Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, haben Mama und ich nie gefernseht ohne zu stricken. Deswegen gehören für mich Stricken (oder manchmal auch Häkeln) und Filme sehen zusammen. Das ist der ultimative gemütliche Abend: Ein guter Film (am besten ein Krimi) und ein Strickprojekt dazu. Und weil ich ja Schneiderin bin nähe ich sehr sehr gern. Allein schon weil das etwas ist, von dem ich behaupten kann, dass ich es wirklich gut kann (und das kann man ja nicht von so vielen Sachen sagen).
Welches handgemachte Stück aus Deinem Besitz schätzt Du am meisten?
Über die letzten Winter habe ich ein Dreieckstuch mit Lochmuster gestrickt. Das ist riesengroß geworden und in meiner Lieblingsfarbe mintgrün. Auf das Tuch bin ich richtig stolz. Man kann es hier auf meinem Blog sehen.
Außerdem gibt es noch einige genähte Stücke, zum Beispiel ein elegantes Seidenkleid und ein paar Alltags-Kleidungsstücke, die ich aber nicht unbedingt schätze, sondern mehr einfach sehr gerne anziehe.
Was inspirierte Dich "krambeutel" zu gründen?
krambeutel entstand eigentlich aus einer Notwendigkeit heraus. Nämlich aus der Notwendigkeit, eine Tasche zu haben, in die jedes Teil dieses langen Uni-Mittwochs hineinpasst. Inklusive Thermosflasche und Pausenbrotbox. Eine damalige Mitbewohnerin bekam diese Tasche dann zum Geburtstag, eben für ihren langen Mittwoch. Danach ging es recht schnell, dass immer mehr bekannte und bald auch fremde Menschen solche maßgeschneiderten Taschen haben wollten. Zack war krambeutel geboren.
Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit?
Oh, das ist schwer zu sagen. Natürlich ist das im Großen und Ganzen der Alltag. Denn die Beutel sind gemacht für den Alltag und entstehen aus dem Alltag. Ich halte die Augen offen, wie Menschen unterwegs mit ihren Taschen hantieren und versuche dann das umzusetzen, was mir daran gut gefällt und vor allem auch das, was fehlt. Ich lese den ein- oder anderen Modeblog, manchmal Zeitschriften und finde auch in anderen Städten als München Inspiration. Stockholm zum Beispiel, oder Berlin, wo mein Freund lebt.
Was würdest Du Dir für die Craft Szene in München wünschen?Ich wünsche mir mehr Vernetzung. Ich kann jetzt nur meinen Eindruck schildern: Bisher gibt es ein paar kleine Gruppen, die handmade-Veranstaltungen machen, und das ist total toll. Es gibt euch mit euren Märkten, es gibt die etsy Labs München, es gibt die knit nite und die creative nite, den dawanda-Stammtisch zum Austausch mit Anderen und es gibt bestimmt auch noch einiges anderes, das aber bisher an mir vorbeigegangen ist. Aber jeder scheint mehr oder weniger für sich alleine zu wurschteln, und dadurch gibt es kaum Synergieeffekte. Ich wünsche mir mehr Öffentlichkeit, mehr Leute, die Lust haben Veranstaltungen zu organisieren, nicht nur solche, bei denen man selbst etwas herstellt oder herstellen lernt, sondern auch z.B. Gespräche mit Fachleuten zu Themen wie Produktfotografie, Steuer-Sachen, Marketing oder Ähnliches. Also nicht nur Praxis, sondern auch Theorie für diejenigen, die ihre handgemachten Produkte verkaufen wollen. Denn das gehört dazu finde ich. Eine Craft Szene ist für mich nicht nur ein Bastelverein, sondern eine professionelle Vernetzung von Herstellern. Die ihre Produkte nicht nur produzieren sondern diese auch den Menschen zugänglich machen wollen. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen profitgierig, das Verkaufsargument ist für mich aber eine große Motivation überhaupt Dinge herzustellen. Denn ich selbst kann diese ganzen Sachen ja gar nicht brauchen.
Was heißt handgemacht für Dich?
Achje, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Erst einmal ist handgemacht das, was schon im Wort steckt: Mit Händen gemacht. Aber da gibt es erhebliche Einschränkungen: Während meiner Ausbildung habe ich gelernt bzw. gesehen, dass auch in der Bekleidungsindustrie die in großen Mengen gefertigten Stücke durch Hände von Menschen an Nähmaschinen laufen. Also ebenso wie Einzelstücke handgemachte Produkte sind. Dennoch würde man industriell gefertigte Sachen nicht mit „handgemacht“ bezeichnen. Susanne Klingner schrieb in ihrem Buch „Hab ich selbst gemacht“ sehr treffend, man könnte sehr sehr vieles selbst herstellen, aber ist das denn immer notwendig oder oft schlichtweg übertrieben? Denn sehr viele Dinge, für deren Fertigung man spezielle Kenntnisse oder Materialien oder Räume braucht, gibt es ganz toll zu kaufen und man kann sich den Aufwand sparen. Also macht das „Handgemachte“ vielleicht eine gewisse Individualisierung aus. Eben nicht den Artikel vom Fließband (auch wenn das von Händen bedient wurde), sondern den, bei dem sich jemand für jedes einzelne Teil etwas (aus)gedacht hat. Und das dann selbst umgesetzt hat.
Ich glaube, „handgemacht“ leidet sowohl unter dem Omi-strickt-auf-dem-Sofa-Image als auch unter dem Studentinnen-mit-Achselhaar-Image. Und auch unter den Leuten, die Shirts einer Billigkette mit einem lustigen Motiv versehen und das als einzigartiges handgemachtes Einzelstück verkaufen. Da steht Qualität, sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der Idee, oft ganz hinten an.
Für den Herbst/Winter ist dann geplant, so viele Märkte wie möglich (und wie der andere Beruf beim Bayerischen Rundfunk zulässt) zu besuchen und den Besuchern die Beutel auch anfassen zu lassen. Denn das ist ein großer Nachteil am Internet: Man kann die Sachen nicht anfassen. Auf meinen Internetseiten kann man immer sehen, was aktuell ansteht.
Außerdem suche ich immer nach Kooperationen, wo meine (Wissens)gebiete passend eingesetzt werden können.
Welche Art von Handarbeiten machst Du gerne?
Welches handgemachte Stück aus Deinem Besitz schätzt Du am meisten?
Über die letzten Winter habe ich ein Dreieckstuch mit Lochmuster gestrickt. Das ist riesengroß geworden und in meiner Lieblingsfarbe mintgrün. Auf das Tuch bin ich richtig stolz. Man kann es hier auf meinem Blog sehen.
Außerdem gibt es noch einige genähte Stücke, zum Beispiel ein elegantes Seidenkleid und ein paar Alltags-Kleidungsstücke, die ich aber nicht unbedingt schätze, sondern mehr einfach sehr gerne anziehe.
krambeutel entstand eigentlich aus einer Notwendigkeit heraus. Nämlich aus der Notwendigkeit, eine Tasche zu haben, in die jedes Teil dieses langen Uni-Mittwochs hineinpasst. Inklusive Thermosflasche und Pausenbrotbox. Eine damalige Mitbewohnerin bekam diese Tasche dann zum Geburtstag, eben für ihren langen Mittwoch. Danach ging es recht schnell, dass immer mehr bekannte und bald auch fremde Menschen solche maßgeschneiderten Taschen haben wollten. Zack war krambeutel geboren.
Was inspiriert Dich bei Deiner Arbeit?
Oh, das ist schwer zu sagen. Natürlich ist das im Großen und Ganzen der Alltag. Denn die Beutel sind gemacht für den Alltag und entstehen aus dem Alltag. Ich halte die Augen offen, wie Menschen unterwegs mit ihren Taschen hantieren und versuche dann das umzusetzen, was mir daran gut gefällt und vor allem auch das, was fehlt. Ich lese den ein- oder anderen Modeblog, manchmal Zeitschriften und finde auch in anderen Städten als München Inspiration. Stockholm zum Beispiel, oder Berlin, wo mein Freund lebt.
Was würdest Du Dir für die Craft Szene in München wünschen?Ich wünsche mir mehr Vernetzung. Ich kann jetzt nur meinen Eindruck schildern: Bisher gibt es ein paar kleine Gruppen, die handmade-Veranstaltungen machen, und das ist total toll. Es gibt euch mit euren Märkten, es gibt die etsy Labs München, es gibt die knit nite und die creative nite, den dawanda-Stammtisch zum Austausch mit Anderen und es gibt bestimmt auch noch einiges anderes, das aber bisher an mir vorbeigegangen ist. Aber jeder scheint mehr oder weniger für sich alleine zu wurschteln, und dadurch gibt es kaum Synergieeffekte. Ich wünsche mir mehr Öffentlichkeit, mehr Leute, die Lust haben Veranstaltungen zu organisieren, nicht nur solche, bei denen man selbst etwas herstellt oder herstellen lernt, sondern auch z.B. Gespräche mit Fachleuten zu Themen wie Produktfotografie, Steuer-Sachen, Marketing oder Ähnliches. Also nicht nur Praxis, sondern auch Theorie für diejenigen, die ihre handgemachten Produkte verkaufen wollen. Denn das gehört dazu finde ich. Eine Craft Szene ist für mich nicht nur ein Bastelverein, sondern eine professionelle Vernetzung von Herstellern. Die ihre Produkte nicht nur produzieren sondern diese auch den Menschen zugänglich machen wollen. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen profitgierig, das Verkaufsargument ist für mich aber eine große Motivation überhaupt Dinge herzustellen. Denn ich selbst kann diese ganzen Sachen ja gar nicht brauchen.
Was heißt handgemacht für Dich?
Achje, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Erst einmal ist handgemacht das, was schon im Wort steckt: Mit Händen gemacht. Aber da gibt es erhebliche Einschränkungen: Während meiner Ausbildung habe ich gelernt bzw. gesehen, dass auch in der Bekleidungsindustrie die in großen Mengen gefertigten Stücke durch Hände von Menschen an Nähmaschinen laufen. Also ebenso wie Einzelstücke handgemachte Produkte sind. Dennoch würde man industriell gefertigte Sachen nicht mit „handgemacht“ bezeichnen. Susanne Klingner schrieb in ihrem Buch „Hab ich selbst gemacht“ sehr treffend, man könnte sehr sehr vieles selbst herstellen, aber ist das denn immer notwendig oder oft schlichtweg übertrieben? Denn sehr viele Dinge, für deren Fertigung man spezielle Kenntnisse oder Materialien oder Räume braucht, gibt es ganz toll zu kaufen und man kann sich den Aufwand sparen. Also macht das „Handgemachte“ vielleicht eine gewisse Individualisierung aus. Eben nicht den Artikel vom Fließband (auch wenn das von Händen bedient wurde), sondern den, bei dem sich jemand für jedes einzelne Teil etwas (aus)gedacht hat. Und das dann selbst umgesetzt hat.
Ich glaube, „handgemacht“ leidet sowohl unter dem Omi-strickt-auf-dem-Sofa-Image als auch unter dem Studentinnen-mit-Achselhaar-Image. Und auch unter den Leuten, die Shirts einer Billigkette mit einem lustigen Motiv versehen und das als einzigartiges handgemachtes Einzelstück verkaufen. Da steht Qualität, sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der Idee, oft ganz hinten an.
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| I-phone Taschen |
Welche Art von Effekt kann ein "Handmade Lifestyle" in einer Stadt wie München bewirken? Ich glaube München ist kein leichtes Pflaster für eine handmade-Szene, denn die Stadt ist sehr dominiert vom hohen Preisniveau und einer sehr durchdachten und durchgeplanten Marktstruktur. Natürlich gibt es Ecken, in denen verschiedene Formen von Kunst das Bild der Stadt dort dominieren, aber das sind immer Nischen, die der gemeine München-Besucher und nur oberflächlich an diesem Handmade Lifestyle interessierte München-Bewohner gar nicht bemerkt. Zum größten Teil hat man als ein ein bisschen nicht-konform aussehender Mensch das Gefühl, auf der Straße schief angeschaut zu werden und schnell in einer Schublade mit der Aufschrift „komischer Hippie“ zu landen. Da steckt nicht das Empfinden von Qualität dahinter, und kein Verstehen dieser Passion, die man als Hand-Werker hat. Vielleicht ist das so. Und vielleicht kann eine stärkere Präsenz einer Handmade-Szene und eines vielleicht aus ihr entstehenden Handmade Lifestyle dem entgegenwirken. Dass das farbige (farbig als Synonym für nicht-konform) sich unter das mischt, was Münchens Straßenbild bisher dominiert, damit zu einem alltäglicheren bunteren Bild führt und dann im Idealfall Qualität und Wert handgemachter Produkte größere Akzeptanz finden.
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| Geldbeutel |
Wo und auf welchen künftigen Veranstaltungen finden wir die Produkte von Krambeutel?Erst einmal ist keine konkrete Veranstaltung geplant. Denn zur Zeit arbeite ich an einer neuen Internet-Heimat für krambeutel. Da das Konzept ja ist, maßgeschneiderte Taschenlösungen anzubieten, will ich auf der Website noch verstärkter darauf hinarbeiten. Es wird eine große Galerie geben mit vielen Einzelstücken, die bisher entstanden sind, einen Blog mit Beutel-Neuigkeiten und das tollste: einen Taschengenerator, wo man sich selbst seine perfekte Tasche zusammenklicken kann. Das wird spannend und bestimmt sehr toll. Aber bis alles fertig ist, ists noch jede Menge Arbeit. Außerdem habe ich mich gerade vor ein paar Wochen mit sechs anderen Münchner Gestalterinnen zusammen getan, und wir wollen gemeinsam Dinge schaffen und uns gegenseitig stärken. Gerade sind wir auf der Suche nach einem Ladenatelier (Angebote gerne!), um dort zu arbeiten aber auch Kurse und Abendveranstaltungen anzubieten. Wir nennen uns siebenmachen.
Außerdem suche ich immer nach Kooperationen, wo meine (Wissens)gebiete passend eingesetzt werden können.
Facebook fanpage: krambeutel
www.stefanieundpaul.de (privat)



















